Praxis für Parodontologie und Implantologie

Dr. Edith Hernichel-Gorbach M.Sc

Rauchen

Rauchen stellt den größten Risikofaktor dar, der bei Parodontitis Patienten ein schnelleres Fortschreiten des Kieferknochenabbaus und des damit verbundenen Zahnfleischrückganges bewirkt. Darüber hinaus ist nach erfolgter Parodontitisbehandlung und nach anderen chirurgischen Eingriffen im Mund die Wundheilung und der Behandllungserfolg deutlich eingeschränkt. Dies ist in zahlreichen Studien belegt worden.

Raucher verlieren mehr Zähne als Nichtraucher. Während laut einer Studie nur 20 % der über 65-jährigen Patienten, die nicht rauchen zahnlos sind, sind in der Gruppe der Raucher mit 41,3 %, also mehr als doppelt so viele Menschen von Zahnlosigkeit betroffen.

Als Folge des Rauchens kommt es zu:

  • Vermehrter Zahnsteinbildung
  • Tieferen Zahnfleischtaschen
  • Vermehrtem Knochenabbau
  • Zahnfleischrückgang
  • erhöhtem Risiko für Krebs an der Mundschleimhaut und an den Lippen
  • eingeschränktem Erfolg von Parodontitisbehandlungen und Implantaten
  • Mundgeruch

Dies gilt für Zigaretten, Zigarren, Pfeifen und auch für E-Zigaretten.

Ursächlich für diese negativen Effekte des Rauchens in der Mundhöhle ist zum einen der Umstand, dass das Rauchen zu einer reduzierten Durchblutung des Zahnfleisches führt. Dadurch werden weniger Sauerstoff und Nährstoffe herantransportiert und auch der Abtransport von den von den Bakterien abgegebenen Giftstoffen ist sehr langsam, sodass sie viel Schaden anrichten können. Zum anderen schwächt das Rauchen das Immunsystem und hat so einen negativen Effekt auf Krankheitsabwehr- und Wundheilungsmechanismen.

Wenn Sie das Rauchen im Rahmen einer Parodontitisbehandlung einstellen, so sind die Wundheilungs- und Behandlungserfolge nicht mehr von denen bei Nichtrauchern zu unterscheiden. D.h. die Effekte des Rauchens sind in dieser Hinsicht umkehrbar.

 

Die amerikanische Gesellschaft für Parodontologie gibt folgende Empfehlungen für Patienten, die das Rauchen einstellen wollen:

  • Wählen Sie eine möglichst stressfreie Zeit, um mit dem Rauchen aufzuhören.
  • Fragen Sie nach Unterstützung durch Familie, Kollegen und Freunde.
  • Beginnen Sie ein möglichst tägliches Sport- oder Übungsprogramm zum Stressabbau und zur Verbesserung des Allgemeinbefindens.
  • Achten Sie auf ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung.
  • Schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe an.
  • Putzen Sie häufig Ihre Zähne.
  • Ändern Sie Ihre tägliche Routine so, dass Sie möglichst viel Zeit an Orten verbringen, wo Rauchen verboten ist.
  • Halten Sie "Rauchersatz" bereit, wie Karotten, Äpfel und zuckerfreie Kaugummis.